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Vintage Race Days: Oldtimerrennen auf der Pferderennbahn

Vintage Race Days 2017: Aufstellung zum Start. Foto: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Vintage Race Days 2017: Le-Mans-Start mit dem Bentley 3,5 Litre Vanden Plas Le Mans Tourer (1934). Foto: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Vintage Race Days 2017: Bentley 3,5 Litre Vanden Plas Le Mans Tourer (1934) kurz vor der Zeitkontrolle. Foto: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Vintage Race Days 2017: Start des 1. Rennens. Foto: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Vintage Race Days 2017: Offene Start- und Ziel-Gerade vor einem Le-Mans-Start. Foto: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Vintage Race Days 2017: Alvis FWD Type FA (1928). Foto: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Von Alexander Voigt

„Vorkriegsfahrzeuge sollen auf Gras fahren? Ihr spinnt! Keine drei Autos werdet Ihr gewinnen.“ Das mussten sich die Organisatoren der Vintage Race Days im herzoglichen Schlosspark zu Rastede noch vor wenigen Jahren häufiger anhören. Inzwischen ist diese einzigartige Oldtimer-Veranstaltung im Nordwesten von Deutschland kein Geheimtip mehr. Rund 10 000 Besucher pilgern an den zwei Renntagen in die kleine Ortschaft nördlich von Oldenburg. Auf einem Turnierplatz, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst für den Pferdesport angelegt worden ist, bestreiten 60 äußerst seltene Oldtimer aus den 1920er- bis 1940er-Jahren insgesamt 24 Rennläufe auf dem 1000 Meter langen Rundkurs der historischen Grasbahn. Originale Tribünen, ein Start- und Richterturm aus den frühen 1950er-Jahren und zahlreiche weiße Pagodenzelte komplettieren die Szenerie einer stilvollen Landpartie.

Mittlerweile feierte man am vergangenen Wochenende die fünfte Auflage der Vintage Race Days. Und selbst von einem heftigen Gewitter ließen sich die Zuschauer nicht abbringen, am Sonntag erneut den Schlosspark zu besuchen. Wer keinen Picknick-Korb mitgebacht hatte, versorgte sich am Streetfood Corner unter dem idyllischen, alten Baumbestand oder bevölkerte die Restaurant-Terrassen der Gourmet-Meile direkt an der Rennstrecke. Die hohe Familientauglichkeit wird durch stilvolle Verkaufszelte passender Accessoires verstärkt.

Diese Veranstaltung schafft es wirklich, den historischen Rennsport aus der elitären Ecke zu holen, in die er von manchen Kommentatoren zu Unrecht gestellt wird. Man merkt, dass die Fahrer einfach Spaß haben, ihre Boliden auf der Grasbahn zu bewegen, die bereits nach wenigen Regentropfen seifig-rutschig wird. Dieser Faszination konnte sich in diesem Jahr auch die Autostadt nicht entziehen. Die Wolfsburger starteten mit einem Bentley 3,5 Litre Vanden Plas Le Mans Tourer aus dem Jahr 1934 und einem Alvis FWD Type FA aus dem Jahr 1928. Sie sicherten sich gleich den Gesamtsieg aller Rennläufe des Wochenendes.

„Die Vintage Race Days sind eine herausragende Veranstaltung ausschließlich für Vorkriegsfahrzeuge. Die zwei Tage in Rastede bieten eine ganz wunderbare Szenerie, die wir mit unserem Auftritt auf der Rennstrecke und unserem Engagement als Sponsor zum ersten Mal bereichert haben. Der besondere Reiz ist natürlich die historische Grasrennbahn, auf der die Fahrzeuge selbst bei geringen Gasstößen hinten rausdrehen. Dieses Erlebnis sieht man sehr selten in Deutschland“, fasst Otto F. Wachs, Geschäftsführer der Autostadt, seine persönlichen Eindrücke zusammen.

Auf der Präsentationsfläche der Autostadt erfuhren die Besucher zwischen den Rennen außerdem alles über die automobile Erlebniswelt des Volkswagen-Konzerns. Als beliebtes Freizeitziel, erfolgreicher Veranstaltungsort für Kultur und Bildung sowie als größtes Fahrzeug-Auslieferungszentrum der Welt zog die Autostadt allein im vergangenen Jahr 2,2 Millionen Gäste an. Aus den Schatzkammern des Automobilmuseums, dem „Zeithaus“, der Autostadt konnten ein Bentley 3L Speed Open Tourer aus dem Jahr 1924, ein 1931er MG M Type, ein Karmann GF Buggy und ein Volkswagen Typ 181 Tuning bewundert werden.

Aber die größte Faszination bot das allen Besuchern zugängliche Fahrerlager und vor allem die nach den Rennläufen offenstehende Start- und Zielgerade. Auf ihr kam es zwischen Teams und Gästen zu zahlreichen, fast familiären Benzin-Gesprächen rund um die Klassiker. Nicht selten wird für den nächsten Lauf spontan eine Mitfahrt vereinbart – ein Erlebnis, das bei keiner anderen Veranstaltung so einfach zu organisieren ist. (ampnet/av)

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